Weihnachts-Gnomen-Rennen - Eine Reportage

Bereits zum dritten Mal jährt sich nun das Sturmwächter Weihnachts-Gnomenrennen.

Wie kam diese verrückte Tradition zu Stande werdet ihr euch nun fragen.

Ich versuche es zu erklären:


Aufgrund von nicht unerheblichen Lieferschwierigkeiten der DHL im Jahre 2016 habe ich den Azerother Gnomen-Express ins Leben gerufen. Diese kleinen Kerlchen erwiesen sich als außerordentlich hilfreich im Verteilen von Geschenken. Sie sind wirklich flink und geschickt, sodass noch nie ein Päckchen zu Schaden kam. Sie haben es in diesem verflixten Jahr tatsächlich fertig gebracht, alle meine Geschenke noch pünktlich zum Winterhauchfest auszuliefern. Außerdem arbeiten sie deutlich kostengünstiger als diese Typen in den gelb/roten Uniformen. Und mal ganz unter uns: Gnome in roter Winterkleidung sind auch wirklich niedlich anzuschauen!

Deshalb versammle ich nun jedes Jahr im Dezember eine motivierte Schar von Gnomen um mich, um allerlei Geschenke in die Weiten von Azeroth zu verteilen.

Inzwischen ist sogar die Presse auf diese ungewöhnliche Organisation aufmerksam geworden. Ich kann euch daher für einen etwas detaillierteren Einblick in unsere Arbeit nun einen Auszug aus dem Interview des Azerother Kuriers mit der Gnomin Flitsi, welche seit der Gründung zuverlässig für mich arbeitet, vorlegen:



Fräulein Flitsi, was hat Sie dazu bewogen, sich beim Azerother Gnomen-Express zu bewerben?

Na ja, zunächst einmal wollte ich ja schon immer selber einen Roboschreiter haben. Aber glauben Sie mal nicht, dass meine Eltern dazu bereit wären mir einfach einen zu kaufen. Nein! Ich soll Zeitungen austragen und mein Geld selber verdienen. Was soll ich sagen, um mobil zu sein und mit den anderen Gnomen mithalten zu können, habe ich in allen Zeitungen geschaut und den Auftrag zum Päckchen austragen gefunden. Ich war natürlich erst einmal etwas skeptisch, weil…. Eine Elfe als Boss?! Aber gut, ich brauchte das Geld, also habe ich mich beworben.


Gibt es etwa Spannungen zwischen Elfen und Gnomen?

Also wir Gnome sind ja schon sehr fortschrittlich angehaucht und da kann man schon mal mit so Baumschmusern aneinander geraten.


Und trotzdem sind Sie bei dieser Anstellung geblieben. Wurden ihre Befürchtungen widerlegt?

Ich hätte es mir tatsächlich schlimmer vorgestellt. Die einzigen Probleme, welche sich bisher bei fast jeder Lieferung gezeigt haben waren, dass die Päckchen teilweise ein wirklich abartiges Gewicht haben und recht seltsam riechen. Ab und zu rappelt es auch mal ordentlich innen drin. Gelegentlich locken diese Päckchen Bären, Spinnen, Wölfe oder anderes Getier aus den Wäldern hervor, die zwar sehr schnell das Interesse an unserer Lieferung verlieren, dafür aber mit umso größerer Begeisterung versuchen an unseren ohnehin schon viel zu kurzen Beinen zu nagen. Vereinzelt trifft man auf seiner Route auf diese fetten, fiesen, bis an die Zähne bewaffneten, stinkenden Dunkeleisenzwerge, die aus mindestens zwei Kilometern Entfernung auf dich schießen, um dir deine Päckchen abzunehmen. Ach… Und dann wären da auch noch die Ork Hexenmeister mit ihren Wichteln, die ausschließlich im Rudel auftreten und in den letzten Jahren eine dämonische Begeisterung dafür entwickelt haben, Gnome über den Lavaströmen zu rösten.

Aber von diesen kleineren, etwas schwierigen Umständen einmal abgesehen ist es wirklich sehr angenehm für die Elfen zu arbeiten, denn sie zahlen einfach gut. Ich habe schon Dreiviertel des Goldes für meinen Roboschreiter zusammen!


Das klingt ja wirklich spannend. Was war denn die größte Herausforderung, der Sie sich bisher während ihrer Arbeit stellen mussten?

Äh, sie meinen außer nicht vor lauter Neugier das Paket selbst zu öffnen, nachdem man drölftausend Tode dafür gestorben ist?! Lassen Sie mich kurz nachdenken…

Meine Kollegen! Ja, ganz ohne Zweifel, die sind das schlimmste an der ganzen Sache. Meistens geht es ja damit los, dass man glaubt besonders clever zu sein, indem man einen von denen vor rennen lässt. Das führt dann dazu, dass derjenige zwar zuerst von den Widrigkeiten des Weges umgeholzt wird, aber man selber auch nur ein paar Sekunden später vor’m nächsten Geistheiler steht. Besonders fies ist es, wenn du es dann endlich zu deiner Leiche geschafft hast und der Kollege steht noch da als Geist… Du belebst dich wieder, läufst zwei Meter, spürst den Atem des Todes erneut im Nacken. Dann siehst du noch im Augenwinkel, während dir die Bärenklauen von hinten die Wirbelsäule durchtrennen, wie das Aas von Kollege schnell wiederbelebt, um freundlich winkend an dir sterbendem Helden vorbei zu rennen. Entzückend!

Oh oder noch besser: „Ich kenne ‘ne Abkürzung!“. Da man gewissermaßen unter Zeitdruck steht und natürlich die Arbeit so schnell wie möglich verrichten möchte, klingt sowas im ersten Moment immer sehr verlockend. Zu 99,99 Prozent fällt man damit aber gehörig auf die Schnauze. Nicht nur, dass diese „Abkürzungen“ ein mindestens doppelt so hohes Maß an Toden einfordern, nein, sie beginnen auch meist damit, dass man irgendwo runter springt, von wo es dann kein Zurück mehr gibt. Bei den äußerst dürftig ausfallenden Wegbeschreibungen zu Beginn deiner Route ist das wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Nichtsdestotrotz gibt es Kollegen, die scheinbar wie Zugvögel ein eingebautes Orientierungssystem haben und daher immer als erste am Ziel ankommen. Wie ich diese Mistkerle hasse…


Bei so vielen Gefahren für Leib und Leben, die dieser Job ja ganz offensichtlich mit sich bringt, werden Sie doch sicherlich bald beruflich umsatteln wollen, oder?

Sind sie wahnsinnig? Man bekommt Haustiere, wenn man als erster ins Ziel kommt. Haus-tie-re!!! Und außerdem einen Haufen Gold. Gefahrenzulage und so… Sie wissen schon. Dann kann ich mir gleich noch den roten Roboschreiter mit Saisonkennzeichen für die heißen Sommermonate zulegen.


Ich merke schon, Sie haben sich hohe Ziele gesteckt und einen recht selbstmörderischen Plan, diese zu erreichen.

Haben sie Tipps, für zukünftige Anwärter beim Azerother Gnomen-Express?

Man braucht eine Menge Durchhaltevermögen, sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen und sich mit den Gefahren am Boden auskennen, dann kann man dem ein oder anderen mit etwas Glück aus dem Weg gehen.

Aber zum Schluss kommt es eigentlich nur darauf an, gemeinsam ein Ziel zu erreichen, wenn auch auf unterschiedlichen Pfaden, um Geschichten auszutauschen, wie oft der Geistheiler mit den Augen rollte, wenn man ihn im Sekundentakt mit seiner Anwesenheit beehrt hat.


Vielen Dank für dieses Interview!




(Dieser Beitrag wurde gemeinsam von Jahira und Leliana verfasst und dient eurer Belustigung. Wir wünschen viel Vergnügen gehabt zu haben!)

Kommentare 1

  • Super Interview :-)